Nachbericht zum Astronomietag am Naturpark Infozentrum 

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Zwiesel. Im Rahmen des diesjährigen Astronomietags am 28. März 2026 drehte sich alles um den Mond, unseren treuen Begleiter. Gemeinsam mit der „Astronomischen Vereinigung Mittlerer Bayerischer Wald“ veranstaltete der „Naturpark Bayerischer Wald“ einen Vortrags- und Beobachtungsabend. Besonderes Highlight des Abends war bei der Beobachtung des Mondes mit den Teleskopen der sogenannte „Goldene Henkel“.
Nach einer kurzen Begrüßung führte Florian Vogl mit einem informativen und anschaulichen Vortrag in die Thematik ein. Dabei spannte er den Bogen von der kulturellen Bedeutung des Mondes bis hin zu wissenschaftlichen Erkenntnissen und die Entstehung verschiedener Phänomene. Während in Europa häufig vom „Mann im Mond“ gesprochen wird, erkennen andere Kulturen unterschiedliche Figuren auf der Mondoberfläche. In China etwa einen Hasen oder in Teilen Afrikas ein Krokodil.
Der Aufbau des Mondes lässt sich gut mit dem der Erde vergleichen. Dank jahrzehntelanger Forschung und der Apollo-Missionen zwischen 1969 und 1972 ist heute bekannt, dass die Mondkruste auf der erdzugewandten Seite etwa 70 Kilometer dick ist, während sie auf der Rückseite bis zu 150 Kilometer erreicht. Darunter befindet sich ein Mantel aus basaltischem Gestein. Im Inneren vermuten Wissenschaftler einen vergleichsweise kleinen Eisenkern mit einem Radius von etwa 100 bis 400 Kilometern. Aufgrund seiner geringen Masse besitzt der Mond keine Atmosphäre, wodurch es dort weder Wind noch Wetter gibt. Spuren, wie zum Beispiel die Fußabdrücke der Astronauten, bleiben daher über lange Zeit erhalten, sofern sie nicht durch Meteoriteneinschläge verändert werden.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den sichtbaren Strukturen der Mondoberfläche. Die dunklen Flächen, sogenannte Mare, sind vulkanischen Ursprungs und vor allem auf der erdzugewandten Seite zu finden. Die helleren Regionen bilden die Hochländer. Die ungleiche Verteilung hängt mit der unterschiedlichen Dicke der Mondkruste zusammen. Die Rückseite des Mondes ist dagegen hauptsächlich von Einschlagskratern geprägt.
Anschaulich erklärte der Experte zudem die Entstehung der Mondphasen sowie die gebundene Rotation, durch die der Mond der Erde stets dieselbe Seite zuwendet. Auch Phänomene wie Supermond, Mond- und Sonnenfinsternisse wurden verständlich erläutert. Besonders interessant war die Erklärung der rötlichen Färbung des Mondes bei einer Mondfinsternis. Durch die Streuung des Sonnenlichts in der Erdatmosphäre wird vor allem rotes Licht in den Erdschatten gelenkt und lässt den Mond in einem kupferfarbenen Ton erscheinen.
Im Anschluss an den Vortrag konnten die Besucherinnen und Besucher selbst aktiv werden. Bei klarem Himmel bot sich ein eindrucksvoller Blick durch die bereitgestellten Teleskope. Die Kraterlandschaft, Mare und Hochländer waren deutlich zu erkennen. Auch der „Goldene Henkel“ war an diesem Abend gut sichtbar. Dieses Phänomen entsteht am sogenannten Terminator, die Grenze zwischen Tag- und Nachtseite des Mondes, wenn der höher gelegene Kraterrand bereits von der Sonne beleuchtet wird und tiefere Bereiche noch im Schatten liegen.
Während der Beobachtung standen die Experten der „Astronomischen Vereinigung Mittlerer Bayerischer Wald“ auch für alle Fragen rund um das Thema Astronomie bereit.
Interessierte sollten sich bereits den nächsten Termin vormerken. Am 30. Mai 2026 findet im Naturpark-Infozentrum in Zwiesel eine weitere Veranstaltung statt, welche sich der Sonne widmen wird. Beginn ist um 13:30 Uhr. Bei geeignetem Wetter wird auch hier eine Beobachtung der Sonne mit Teleskopen möglich sein. Wichtig dabei ist, dass man nie ohne entsprechenden Schutz in die Sonne blicket. Anmeldungen sind telefonisch unter
09922 802480 möglich.

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