Zum fünften Mal hatten „lichtung verlag“ und Naturpark zur literarischen Abendwanderung geladen

Lisa Früchtl 

Viechtach. Am Mittwoch hat die literarische Abendwanderung vom Viechtacher „lichtung verlag“ in Zusammenarbeit mit der Naturpark-Umweltstation Viechtach zum Thema „Der Erde Herzschlag“ stattgefunden. Die Wanderung, es war bereits die fünfte dieser Art, dauerte knapp zwei Stunden. Dabei wurden rund um die Schnitzmühle an vier Stationen unterschiedliche literarische Werke vorgetragen.

Gedichte, Sonette, Romanauszüge und Prosatexte wurden abwechselnd von den Verlegerinnen Kristina Pöschl und Eva Bauernfeind vorgetragen. Die Werke stammen alle aus Büchern des Viechtacher Verlages. Es wurden in den literarischen Arbeiten unterschiedliche Themenbereiche aufgegriffen, die am Ende ein Gesamtbild ergaben und den Zusammenhang des Themas „Der Erde Herzschlag“ verdeutlichten.

Die erste Station im Flusstal war bereits nach einigen Minuten erreicht. Dort hat man sich mit der Erde im Allgemeinen befasst. Es wurde „So weit und ganz nah“ von Harald Grill vorgetragen. Das Gedicht ist eine Liebeserklärung auf Bairisch an die Heimat und die Welt im Ganzen. Die Romantik des Werkes war deutlich zu spüren, doch das folgende Gedicht von Ahmad Almahmoud, eines geflüchteten Chirurgen aus Syrien, stand zu dem frommen Werk im Kontrast. Hier wurde der Schmerz des Heimatverlustes deutlich. Die Stimmung wurde aber nicht getrübt und die Wanderung setzte sich fort.

Die nächste Haltestelle war im Liebestal. Dort hat man sich mit dem Menschen im Zusammenhang mit der Natur auseinandergesetzt. Das Augenmerk lag auf dem Verhältnis der Wichtigkeit des Menschen in Bezug auf die Natur in seinen Augen und wie diese Bedeutung in Wahrheit oftmals viel geringer ist, als man glaubt. Dies ließ einige der Wanderer schmunzeln und es entstand eine heitere Atmosphäre.

Dritte Station war am Badesee der Schnitzmühle. Menschliches Miteinander stand hier im Fokus. Friedrich Hirschls Gedicht „Noch zeitgemäß?“ thematisierte den Wertewandel. Der vorgetragene Romanauszug aus Ingrid Kellners unterhaltsamem Werk „Die drei Damen von der Villa Hestia“ versprühte Gelassenheit.

Am Campingplatz Schnitzmühle wurden die letzten Werke zur Thematik „Der Mensch allein“ vorgetragen. Erneut schuf der Unterschied zwischen harmonischen und etwas düsteren, melancholischen Gedichten einen spürbaren Kontrast. Doch auch positive und lebensbejahende Werke kamen zum Vortrag. So zeigte beispielsweise Maria Magdalena Rabls Gedicht „Birke“ die Wichtigkeit der Selbstliebe des Menschen. Der Kummer wird als „dummer Knoten“ beschrieben und die Nichtigkeit mancher Alltagsprobleme verdeutlicht. Die Natur ist in dieser Arbeit ebenfalls essentiell. So wurde auch das Thema des Abends abgerundet.

Die literarischen Wanderungen finden bereits seit fünf Jahren statt, doch dieses Mal konnten die höchste Beteiligtenzahl verzeichnet werden mit etwa 45 Teilnehmern. Durch diese Veranstaltungen soll die Kultur in der Region gefördert werden und auch das Bahnfahren an Attraktivität gewinnen. Daher findet am 13. Juli eine weitere literarische Wanderung ab der Haltestelle Gumpenried statt.

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