• Naturpark Bayerischer Wald : 
  • Landschaftsgeschichte – einmal anders Über 60 Exkursionsteilnehmer entdecken die unbekannten Seiten der Bodenmaiser Vergangenheit


Den Blick für das Kleine, Unscheinbare zu schärfen, ist Ziel vieler Naturparkwanderungen. Der Schwerpunkt liegt dabei meistens bei der Tier- und Pflanzenwelt, also bei der „belebten“ Natur. Kürzlich folgten über 60 Naturinteressierte der Einladung des Naturparks Bayerischer Wald und des Naturkundlichen Kreises, einmal vergleichsweise unscheinbare Besonderheiten der „unbelebten Natur“ zu entdecken: Das Bodenmaiser Grübenfeld. Dass es sich bei dieser aus Schotterhügeln und dazwischen liegenden Rinnen und Kesseln bestehenden Landschaft nicht um die einzige ihrer Form im Bayerischen Wald handelt, erläuterte der Referent, Geologe Fritz Pfaffl, bereits zu Beginn der Führung: Insgesamt 15 dieser Mikro-Landschaften findet man noch im Bayerischen Wald. Einige, wie beispielsweise die Fürhaupten-Flur in Theresienthal bei Zwiesel, wurden bis auf wenige Reste eingeebnet. Wie kontrovers die Entstehung der Grübenfelder bereits seit ihrer ersten wissenschaftlichen Dokumentation diskutiert wird, konnte Pfaffl den Teilnehmern besonders eindrucksvoll am Bodenmaiser Grübenfeld darstellen: Auf den ersten Blick erinnern die Hügel, die man zwischen dem Joska-Gelände und der Staatsstraße findet, zwar an das Resultat von Baggerbewegungen, die im Zusammenhang mit dem Straßenbau stehen könnten, bei etwas näherem Hinsehen – und natürlich mit Hilfe alter Fotos - wird einem jedoch schnell bewusst, dass die Entstehung dieser Hügelfelder länger zurückliegen muss. „Bereits im Jahr 1950“, so Pfaffl, „ kam es zwischen dem Zwieseler Landschaftsökologen Georg Priehäußer und Mineralogie-Studenten zu einer sehr kontroversen Diskussion, ob Grübenfelder Toteislöcher oder Seifenhügel sind. Wären sie Toteislöcher, so wären sie Stellen, an denen während den Eiszeiten isolierte Eisblöcke im Boden gelegen hätten. Als es dann wärmer wurde, brach an den ersten stellen das Eis ein und die Schotter drangen ein und bildeten Schuttkegel, die nachfolgend sicher nochmal mehrmals von Schmelzwässern und anderen Einflüssen umgeformt wurden. Urkunden bezeugen jedoch, dass früher hier am Unterlauf des Moosbachs auch Gold gewaschen wurde.“ Gegen Ende der Exkursion diskutierten dann auch Exkursionsteilnehmer eifrig zu dem Thema mit. Pfaffl, der anfangs die geologische Seite ausführlich dargestellt hatte, brachte dann als Anschauungsobjekt eine Probe von Bayerwald-Gold mit, gleichsam als Beleg dafür, dass es das auch wirklich gibt. Fritz Pfaffl: „Um die genaue Entstehung des Bodenmaiser Grübenfelds in all seinen Teilbereichen zu erklären, wären umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen, beispielsweise im Rahmen einer geowissenschaftlichen Diplomarbeit, nötig.“

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