Der Sommer kommt mit viel Regen und Unwettern gar nicht so trocken und hochsommerlich daher, wie der eine oder andere Sonnenanbeter es sich wünschen würde. Bestimmte Tiere leiden auch unter den unbeständigen Wetterbedingungen, vor allem Insektenjäger wie Mauersegler, Schwalben und alle heimischen Fledermäuse. Sie sind für eine erfolgreiche Jagd auf trockenes, warmes Wetter angewiesen. Fledermäuse haben nur ein dünnes Fell und können bei einem starken Regenguss, gleich bis auf die Haut nass werden. Besonders ungünstig sind die Wetterbedingungen für die seltenen Tiere gerade jetzt, weil mehrere Weibchen sich in so genannte „Wochenstuben“ zusammenfinden, um dort ihr einziges Junges zur Welt zu bringen. Fledermausmütter sind sehr fürsorglich, aber wenn sie aufgrund des Wetters nicht genügend Nahrung - sprich Insekten - fangen können, dann versiegt die Milch. Sie können ihr Kleines nicht mehr ernähren. Manchmal findet man dann ein hungriges, rufendes Jungtier am Boden liegend in der Nähe der Wochenstube. Oft werden herumstreunende Katzen davon angelockt und spielen und töten das Kleine. Das Jungtier sollte daher schnell gerettet werden. Information und schnelle Hilfe bietet der Naturpark Bayerischer Wald e.V. oder die örtlichen Fledermausbetreuer, sie sind auf der Internetseite www.fledermaus-bayern.de. zu finden. Hier gibt es auch viele weitere Infos zum Thema Fledermäuse. Trotzdem führt langfristig die Klimaerwärmung mit ihren insgesamt steigenden Temperaturen zu einer Einwanderung südeuropäischer Arten und zu einem veränderten Verhalten der Fledermäuse. Zum Beispiel die Mückenfledermaus. Sie ist eine sehr kleine Art, die sich gerne in wärmeren Regionen aufhält und von kleinen Mücken ernährt. Die Mückenfledermaus wurde bisher an der Donau und am Fuße des Bayerischen Waldes nur vereinzelt gefunden. Letztes Jahr konnte ganz neu eine große Wochenstube dieser seltenen Fledermausart in der Stadt Passau entdeckt werden. Auch andere „Südeuropäer“ fühlen sich schon sehr heimisch in Bayern. Die Weißrandfledermaus, – der Name kommt von einem weißen Rand am Flügel - eine in Italien häufig vorkommende Art, hat sich in den wärmeren Großstädten „häuslich“ niedergelassen. Dafür muss nun die Zwergfledermaus, wie der Name schon sagt, eine sehr kleine Fledermausart, weichen. Sie ist jetzt Landbewohner und wird deshalb immer öfter im Bayerischen Wald in ganz neuen Behausungen festgestellt. Auch die Alpenfledermaus, die von der wärmeren Südseite der Alpen stammt, ist schon auf dem Weg nach Bayern. Der Naturpark Bayerischer Wald führt seit 1989 mit finanzieller Unterstützung des Bayerischen Umweltministeriums und der EU eine Dokumentation zu den vorkommenden Fledermausbeständen in den Naturparklandkreisen durch. Die Ergebnisse sind in einer Broschüre für jeden einzelnen Landkreis zusammengefasst und im Landratsamt oder beim Naturpark Bayerischer Wald in Zwiesel erhältlich. Zwar sind dieses Jahr wegen des Wetters weniger Fledermäuse unterwegs, wer aber trotzdem viele Fledermäuse beobachtet hat, oder ein Jungtier am Boden liegend gefunden hat, der möchte sich bitte umgehend beim Naturpark Bayerischer Wald unter der Telefonnummer 09922/802480 melden.

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