Grundschule Kirchdorf erforscht die Sonne
Kirchdorf im Wald. Für die Grundschule Kirchdorf standen letzte Woche besondere Unterrichtsstunden auf dem Stundenplan. Anschließend an die letzten Astronomie Projekttage konnten sich die Schülerinnen und Schüler an diesem Tag intensiver mit der Sonne beschäftigen. Anfangs versteckte sie sich noch hinter einem stark bewölkten Himmel, kämpfte sich pünktlich zum Schulbeginn durch die Wolkendecke und zeigte sich von ihrer besten Seite.
Dank der Mitglieder der Astronomischen Vereinigung Mittlerer Bayerischer Wald Erich Keller und Franz Maximilan Zwiebel standen den Schülerinnen und Schülern insgesamt sechs verschiedene Teleskope zum selbst Beobachten zur Verfügung. Die Teleskope waren mit speziellen Filtern ausgestattet, um die Sonne auch länger gefahrlos beobachten zu können. Ein Teleskop beeindruckte die Kinder besonders. Dieses hatte einen speziellen H-alpha Filter, welcher nur eine bestimmte Wellenlänge des Sonnenlichtes hindurchlässt. Hier erschien die Sonne rot im Licht des Wasserstoffs und die Schülerinnen und Schüler waren fasziniert von den großen Protuberanzen ringsum am Sonnenrand. Außerdem konnten die Kinder Sonnenflecken und Filamente auf der Oberfläche der Sonne entdecken und so einen faszinierenden Einblick in die Aktivität unseres Zentralsterns gewinnen. In einem Teleskop waren die Sonnenflecken bei besonders hoher Vergrößerung mit vielen Details sichtbar.
Ein Spiegelteleskop war auf unseren Nachbarplaneten, die Venus, ausgerichtet. Die Venus steht derzeit links der Sonne und erscheint uns nach Sonnenuntergang im Westen als auffallend heller Abendstern. Sie zeigt aktuell eine Beleuchtungsphase ähnlich dem zunehmenden Halbmond, nur sehr viel kleiner wegen der großen Entfernung.
Ergänzend dazu veranschaulichte ein Größenverhältnismodell der Sonne und der Planeten eindrucksvoll den Größenunterschied und welche Dimensionen die Sonne wirklich hat. Mit speziellen Sonnenfinsternis-Brillen konnten die Schülerinnen und Schüler die Sonne zudem sicher mit bloßem Auge betrachten und dabei auch ein paar Sonnenflecken erkennen, welche an diesem Tag sehr ausgeprägt waren.
Zur Einstimmung auf die praktische Beobachtung, erhielten die Kinder zu Beginn einen theoretischen Einblick in die Besonderheiten der Sonne. Neben den physikalischen und chemischen Highlights, welche unser Zentralgestirn so spektakulär in Szene setzen, war die Sicherheit bei der Sonnenbeobachtung ein großes Thema. So kann es bei falscher Anwendung der Geräte und ungeeigneten Filtern zur dauerhaften Schädigung der Augen kommen.
Nicht nur die Kinder beeindruckte der Anblick der Sonne durch die verschiedenen Teleskope, sondern auch der Kirchdorfer Bürgermeister Michael Rankl ließ sich diesen besonderen Aktionstag an der Schule nicht entgehen. Mit großem Interesse tauschte er sich mit den Sternfreunden sowie mit den Schülerinnen und Schülern über die Astronomie aus. Anschließend warf er auch selbst einen Blick durch die Teleskope auf die Sonne. Der Besuch des Bürgermeisters rundete den erlebnisreichen Vormittag ab.
Die Veranstaltung begeisterte Schülerinnen und Schüler gleichermaßen und machte Astronomie auf anschauliche Weise erlebbar. Ein Tag, der vielen noch lange in Erinnerung bleiben wird und die Vorfreude auf die neue Sternwarte am Eschenberg weiter entfachte.
Am 12.08.2026 bieten uns Sonne und Mond das nächste himmlische Schauspiel. An diesem Abend können Sie während des Sonnenuntergangs eine partielle Sonnenfinsternis beobachten. Zu diesem Termin bietet der Naturpark Bayerischer Wald gemeinsam mit der Astronomischen Vereinigung Mittlerer Bayerischer Wald einen Beobachtungsabend an, bei dem Sie begleitet von Astronomie Experten die partielle Sonnenfinsternis erleben können. Details zu der Veranstaltung finden Sie auf der Homepage des Naturparks.