Die Tier- und Naturfilme Jürgen Eichingers faszinieren Jung und Alt. Sie zeigen nicht nur beeindruckende Landschaftsaufnahmen, geben nicht nur Einblicke in eine Tierwelt, die nur dem extrem geduldigen und erfahrenen Tierbeobachter vergönnt sind, sondern sie fesseln auch durch ihre Dramatik. Viele der besonders spannenden – aber auch einige eher alltägliche - Szenen können nur durch „Tricks“ entstehen. Dass dieses „Making of“ mindestens so spannend wie der Film selbst ist, zeigte sich kürzlich in der Bayerwaldfilmnacht im Naturparkhaus Zwiesel. Über 60 Leute, darunter einige zum wiederholten Mal, folgten der Einladung des Filmemachers und Naturparkbotschaftlers Jürgen Eichinger, der in diesem Jahr bereits zum vierten Mal in Kooperation mit dem Naturpark Bayerischer Wald zu einem Filmeabend geladen hatte. Unter dem Motto „DonauEinFlüsse“ standen diesmal zwei Zuflüsse der Donau im Mittelpunkt der Veranstaltung: Die Ilz, deren Einzugsgebiet intensiv vom Naturpark betreut wird, und die Vils. Im Anschluss erzählte Eichinger beispielsweise nicht nur, wie man es schafft, quasi aus der „Sicht“ einer in den Mauernischen der Burgruine Hals im Zuge von Renovierungsarbeiten einbetonierten Eidechse zu filmen. Besonders eindrucksvolle Vogelflugaufnahmen aus „Vogelsicht“, bei denen es dem Zuschauer so scheint, als wäre der betreffende Vogel mit einer Minikamera „beringt“, entstehen, indem der Filmemacher mit der Kamera den Flug nachahmt – manchmal, indem er mit ihr sogar durch einen Triftkanal rennt. Deutlich wurde den Zuschauern neben diesen wiederum sehr interessanten und vor allem amüsanten Einblicken in die Arbeit eines Natur- und Tierfilmers: Guter Journalismus, Naturschutz und als Bindeglied die Natur- und Tierfilmemacherei haben vieles gemeinsam: Sie wollen nicht nur erklären und sensibilisieren, sondern auch etwas bewegen, die Menschen wachrütteln. Jürgen Eichinger gelingt das in vielen seiner Filme sogar nachhaltig: Beispielsweise wurde die Ilz vier Jahre nach Veröffentlichung des Films „Die schwarze Perle des Bayerischen Waldes – Eine Reise zur Quelle der Ilz“ 2002/2003 als letztes großes Wildwasser Ostbayerns zur „Flusslandschaft des Jahres“ gekürt, 2004 erhielt sie einen eigenen Naturpark-Gebietsbetreuer. Der Film über die Naturschätze des Ilztals konnte also dazu beitragen, dass die Naturschätze heute geschützt werden. Andere Filme – wie etwa der Arberfilm, „Wildes Deutschland-Bayerischer Wald“ oder „Wildes Deutschland – Die Donau“ sollen, indem sie ein Thema für eine breitere Öffentlichkeit verständlich offenlegen, zu einer sachlichen öffentlich geführten Diskussion anregen.

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