• Naturpark Bayerischer Wald : 
  • Den Arber und seine Naturschutzgebiete im Blick Elf Teilnehmer einer Naturpark-Exkursion erwanderten vergangenen Sonntag die Naturschätze des Arbergebiets


Allen Interessierten einen Einblick in die naturkundlichen Besonderheiten, in die Tier- und Pflanzenwelt des Bayerischen Waldes aber auch in die Aufgaben des Naturparkvereins zu geben, ist das gemeinsame Ziel aller Naturparkveranstaltungen. Meistens steht bei Exkursionen ein einziges Naturschutzgebiet im Mittelpunkt. Auf einer siebenstündigen Tageswanderung vom Riesloch bei Bodenmais über das Mittagsplatzl und den Arbergipfel nach Bayerisch Eisenstein konnte Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer vergangenen Sonntag elf Exkursionsteilnehmern jedoch alle Naturschutzgebiete rund um den „König des Bayerischen Waldes“ vorstellen. In der Rieslochschlucht – dem kleinsten Naturschutzgebiet am Arber – wurde der Gruppe gleich zu Beginn der Führung mit einer der Haupteigenschaften des Arbergebiets, dem Wasserreichtum, vertraut gemacht. Da sich hier eine geologische Störung – also ein Riss in der Erdkruste - befindet, konnte das Wasser die Schlucht aus den harten Arber - Paragneisen herausmeißeln. Bei Moosspezialisten ist das Riesloch mehr bekannt für die Vielfalt an Moosen, die sich auch von botanischen Laien erkennen lässt. Am Beispiel der Heidelbeeren zeigte Isabelle Auer, wie die Vegetation nicht nur von klimatischen Bedingungen, sondern vor allem vom Gestein und vom Boden anhängt. Heidelbeeren sind sogenannte „Säureanzeiger“, d.h. sie wachsen nur dort, wo das Gestein – wie im Bayerischen Wald – sauer ist. Dass das Arbergebiet nicht nur für naturkundlich, sondern auch für kulturgeschichtlich Interessierte einiges zu bieten hat, verdeutlichte die Arbergebietsbetreuerin am Mittagsplatzl, einem ehemaligen Schachten, wo sie den Teilnehmern einiges über den Schachtengründer Lorenz Ayden zu berichten wusste. Hier erhielt die Gruppe auch einen Überblick über die Naturschutzarbeit im Naturschutzgebiet „Großer Arbersee mit Seewand“: Da der See direkt an der Staatsstraße liegt, man sich den See also nicht wie den Kleinen Arbersee „erwandern“ muss, ist es hier besonders wichtig, Besucherlenkungsmaßnahmen wie die in diesem Sommer neu erstellten Ablanderungen zu ergreifen: Trampelpfade zum See aber auch Seebesucher, die trotz des Wegeverbots im See baden, können nicht nur dazu führen, dass der Lebensraum der natürlichen Seebesucher zerstört wird, sondern auch dazu, dass der Große Arbersee nicht mehr als Naturschönheit und naturkundliche Besonderheit angesehen wird, sondern zum Rummelplatz degradiert wird. Nach einer kurzen Rast am Mittagsplatzl brach die Gruppe zum Arbergipfelplateau auf, um noch Einblicke in das größte Naturschutzgebiet am Arber, dem Naturschutzgebiet „Kleiner Arbersee mit Seewand“ zu erhalten und sich noch einmal im Vergleich „Großer Arbersee“ mit „Kleinem Arbersee“ unmittelbar vor Augen zu führen, welche Auswirkungen der Straßenbau auf Naturschutzgebiete haben kann. Alle Teilnehmer waren sich bei der Ankunft im Bayerisch Eisenstein einig, dass das Arbergebiet extrem vielseitig ist. Lässt man sich auf diese Vielseitigkeit ein, so kann man auch viel über die Zusammenhänge in der Natur und Kultur des Bayerischen Waldes erfahren.

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