Alaun und Fledermäuse
Gemeinsame Exkursion Naturpark und Naturkundlicher Kreis zum Bergwerk in Rotkot
Zwiesel. Zu einer gemeinsamen Exkursion luden Naturpark und Naturkundlicher Kreis am Sonntag, den 24.08.2025 um 14.00 nach Zwiesel-Rotkot ein. Ziel des Exkurses war der Bergwerksstollen des ehemaligen Bergwerks in Rotkot.
31 Interessierte fanden sich am Parkplatz ein. Zuerst ging es den Kellerberg hinauf um das Bergwerk von außen zu betrachten. In Rotkot wurden sulfidische Erze abgebaut, insbesondere Magnetkies (Pyrit) und Kupferkies (Chalkopyrit), aber auch Bleiglanz (Galenit) und Zinkblende (Sphalerit). Daneben wurden auch Vitriol, Alaun und "Roterfarb" gewonnen, die ebenfalls mit den sulfidischen Erzen zusammenhängen.
Alaun ist ein Salz mit adstringierenden und blutstillenden Eigenschaften. Fritz Pfaffl (1. Vorsitzender des Naturkundlichen Kreis Bayerischer Wald) ging auf die Eigenschaften und Herstellung des Salzes ein. Viele konnten sich noch daran erinnern, dass es z.B. beim Friseur benutzt wurde um kleine Schnittwunden wirksam am bluten zu hindern. Zur Veranschaulichung hatte Herr Pfaffl einen handgroßen Alaunkristall dabei. Wie so oft ging auch in diesem Bergwerk der Erzvorrat, das Grundmaterial für das Alaun und andere Stoffe, zu Neige. 1950 fanden die letzten bergmännischen Untersuchungen statt, welche zeigten, dass das Vorkommen nicht mehr bauwürdig sei.
Lange Zeit tat sich recht wenig im Bergwerk, die Eingänge wurden verschlossen, jedoch mit Schlupflöchern für Fledermäuse. Mittlerweile ist der Landkreis Eigentümer des Bergwerkes.
Im Jahr 2009 dann eine kleine Sensation bei der jährlichen Fledermauszählung: Im Stollensystem wurde eine Kleine Hufeisennase entdeckt, eine Art die bis dato in Niederbayern als ausgestorben galt.
Und nicht nur sie fühlt sich im Stollen wohl, bis zu 7 weitere Arten finden hier im Winter Obdach. Samantha Biebl, Rangerin des Naturparks, gab den Teilnehmern der Exkursion einen Einblick in das Leben der Tiere. Sie hatte Präparate dabei, die vor allem die Arten zeigten, welche den Stollen auch nützen. Eindrucksvoll ist hier das Große Mausohr mit einer Flügelspannweite bis zu 43 Zentimetern. Diese Art ist am häufigsten im Bergwerk anzutreffen. Im Winter hängen sie gerne in kleinen Grüppchen (Clustern) zusammen und wirkt als hätte sie jemand übereinandergestapelt. Der Zahl der Fledermäuse ist stabil, was auch wichtig ist, stellt das Quartier doch neben dem Silberbergwerk eines der artenreichsten Winterquartiere in Niederbayern dar.
Auch die Frage nach einer touristischen Nutzung kam auf, was allerdings hinsichtlich der oben genannten Informationen hinfällig ist. Eine Nutzung wurde die Fledermäuse stören und große logistische Herausforderungen mit sich bringen, angefangen von der Sicherheit bis hin zur Infrastruktur.