Die Wildbachklamm „Buchberger Leite“ war das Ziel einer Naturpark-Exkursion, an der nahezu zwanzig Naturliebhaber aus Nah und Fern teilnahmen. Von Freyung nach Ringelai wanderte die Gruppe am acht Kilometer langen Themenwanderweg, der mit Info-Tafeln und einer zwanzigseitigen Begleitbroschüre ausgestattet ist. Der „Pfahl“ – eine deutschlandweit einmalige Bruchlinie im Grundgebirge des Bayerischen Waldes – zeigt sich hier in den dunklen, braungrünen Felsen des Pfahlschiefers. Die steilen Felsriegel zwingen die geröllreiche „Wolfsteiner Ohe“ in ihr tief eingeschnürtes Bett. Der Wildbach beeindruckt durch sein lebendiges, kaskadenreiches Wasserspiel, auch wenn in diesem Frühjahr aufgrund der Niederschlagsarmut weniger Wasser wie üblich fließt. Ein Teil des Wassers wird in Rohrleitungen, Kanälen und in den blanken Fels gehauenen, kilometerlangen Stollen den Turbinen zugeführt, um die Kraft des Wassers in Strom umzuwandeln. Alte Triftmauern am Ufer zeugen von der Jahrhunderte langen Zeit der Holztrift durch die „Buchberger Leite“. Matthias Rohrbacher, Gebietsbetreuer des Naturparks, berichtete bei der geführten Wanderung über die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt am Bach, an den Felsen und in der Schlucht: Schwarz-gelb gestreifte Feuersalamander, scheue Fischotter, nachtaktive Fledermäuse oder seltene Vögel wie die Wasseramsel oder der Schwarzspecht finden hier ihren Lebensraum. Beeindruckt waren die Wanderer über die Blütenpflanzen, die entlang des Themenwanderweges zu dieser Jahreszeit zu finden sind. Weiße Pestwurz, Goldnessel oder Schöllkraut prägen das Blütenspiel. Der Reichtum an Wasser und Luftfeuchte lässt auch eine Vielzahl von Moosen und Farnen gedeihen. Der seltene Tüpfelfarn wächst in vielen Felsritzen oder Astgabeln alter Bäume, wo Moose einen modrig-humosen Untergrund geschaffen haben. Mächtige Edellaubhölzer wie Eschen, Ahorne und Linden überdauern in den felsblockreichen, steilen Schluchtwäldern. Selbst die durch das „Ulmensterben“ selten gewordenen Bergulme findet sich hier mit einigen stattlichen Exemplaren.

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