„Der grüne Mantel des weißen Quarzriffes“ war der Titel einer Naturpark-Exkursion am Großen Pfahl. Heinrich Schmidt, 1.Naturpark-Vorsitzender, begrüßte die Teilnehmer beim Infostand an der B 85, der auch Ausgangspunkt für zwei Rundwege im Naturschutzgebiet ist. Im ersten Teil der Exkursion wanderten die Teilnehmer vom Quarzriff zum Quarzbruch. Ein Lehrpfad mit vielen Infotafeln informiert über Tiere und Pflanzen sowie Pfahlentstehung und Steinbruch. Am Felsen brütet zu dieser Jahreszeit ein Turmfalke, der beim An- und Abflug auf sein Nest vom Wanderweg aus gut zu beobachtet ist. Der Gebietsbetreuer des Naturparks, Matthias Rohrbacher, wies auf das Kletterverbot auf diesen Felsen hin. Dies komme auch anderen Tierarten wie den in den Felsspalten wohnenden Fledermäusen oder die am Felsenfuß hausenden Ameisenlöwen zu gute. Der Pfahl ist ein wichtiger Lebensraum für seltene, wärme- und trockenheitsliebende Tier- und Pflanzenarten. Hier finden sich beispielsweise achtzehn verschiedene Ameisenarten, wovon einige normalerweise in trockenwarmen Weinbaugebieten beheimatet sind. Erstaunt waren die Teilnehmer auch über die bis zu 200 Jahre alten „Pfahlkiefern“, die wie Bonsaibäumchen fast auf dem nackten Felsen wachsen. Den Naturliebhabern zeigte sich von den bestehenden Wegen aus ein buntes Farbenspiel: An manchen Felswänden finden sich neben grünlich leuchtenden Schwefelflechten und grau-schwarzen Silikatflechten auch rostrot schimmernde Eiseneinlagerungen und kleine, glitzernde Kristallrasen. Nur am eigens eingerichteten „Klopferplatz“ bei der „Alten Schmiede“ können Quarzminerale mitgenommen werden. Ansonsten besteht im Naturschutzgebiet das Verbot Mineralien zu sammeln und die Wege zu verlassen. Damit soll dieses einzigartige Naturerbe für kommende Generationen erhalten und die wertvolle Tier- und Pflanzenwelt geschützt werden.
Im zweiten Teil der Exkursion wanderten die Teilnehmer am Pfahl-Steig zum Schaubienenstand. Dorothea Haas, Betreuerin des Schaubienenstandes, informierte über das spannende Leben von Honig- und Wildbienen. In Mitteleuropa leben mehr als 500 Bienenarten. Am bekanntesten ist die staatenbildende Honigbiene, die eine klare Aufgabenverteilung in ihrem Volk hat: Die Arbeiterinnen suchen nach Nektar, pflegen die Waben und versorgen den Nachwuchs. Die Königin legt die Eier. Die männlichen Drohnen sterben kurz nach der Begattung der Königin. In einem Schaubienenkasten konnten die Teilnehmer das emsige Leben der Honigbienen beobachten. Die meisten anderen Bienenarten leben dagegen einzeln und gehören zur mannigfaltigen Gruppe der Wildbienen. Viele Wildbienen sind wie die meisten anderen Insekten regelrechte Künstler der Verwandlung. Diese vollzieht sich in ihrer aufwändig gebauten Brutkammer. Wildbienen nutzen als Baumeister Holz, Stein, Boden, Pflanzenstängel, alte Schneckenhäuser und vieles mehr. In und mit diesen Materialien zimmern und mauern sie sich ihre Nistplätze. An einer Wildbienenwand konnten sich die Teilnehmer über einfache Nisthilfen für Wildbienen informieren, die auch im eigenen Garten zu erstellen sind. Bienen erfüllen im Kreislauf der Natur viele wichtige Aufgaben. Sie sammeln den für die Bestäubung und Fruchtbildung wichtigen Blütenpollen und tragen in dabei von Pflanze zu Pflanze. Erst dann können sich z.B. bei Obstbäume Früchte entwickeln oder bei Blütenpflanzen Samen ausbilden, so dass sich die Pflanze weitervermehrt.

Zum Abschluss der Veranstaltung wies Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher auf das regelmäßige Führungsangebot auch in diesem Sommerhalbjahr hin. Jeweils Dienstags um 15:00 Uhr am Großen Pfahl und um 16:30 Uhr am Schaubienenstand sowie jeweils Donnerstags (außer Feiertage) um 10:00 Uhr am Schaubienenstand. Für Gruppen und Schulklassen werden weitere Führungen angeboten. Rückfragen unter 09942 –90 48 64 und 16 61.

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