• Naturpark Bayerischer Wald : 
  • „Commerz“ und Naturschutz müssen kein Widerspruch sein „Praktikum für die Umwelt“ erhielt die Anerkennung als „Dekade-Projekt“


Besuch aus dem Nationalpark Bayerischer Wald und dem Naturpark Bayerischer Wald erhielt die Commerzbank-Filiale in Passau. Sechs Studentinnen und Studenten sowie ihre Betreuer trafen sich dort, um mit der Filialleiterin, Frau Reischl, über ihre Erfahrungen während ihres Praktikums für die Umwelt in den beiden Großschutzgebieten zu sprechen und die dabei ge-wonnenen Eindrücke aus erster Hand weiterzugeben.
Bereits 1990 wurde das Projekt „Praktikum für die Umwelt“ von der Commerzbank in Zu-sammenarbeit mit EUROPARC Deutschland gegründet. Etwa 50 Studentinnen und Studenten nehmen seitdem jedes Jahr die Gelegenheit wahr, in einem deutschen Großschutzgebiet drei bis sechs Monate lang tätig zu werden. Dieses Programm zeigt, dass Wirtschaft und Natur-schutz kein Widerspruch sein müssen: Am 28. Februar diesen Jahres wurde die Kooperation zwischen der Commerzbank und den Deutschen Großschutzgebieten offiziell als „Dekade-Projekt“ im Rahmen der von den Ver-einten Nationen 2004 ausgerufenen Weltdekade der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. Seit 2005 besteht so die Möglichkeit, Projekte und Initiativen, die im Kontext der nachhaltigen Entwicklung hervorragende Bildungsarbeit leisten, als „Dekade-Projekte“ anerkennen zu lassen. Ziel ist es, das Engagement und die wertvolle Arbeit, die deutschland-weit zur Bildung für nachhaltige Entwicklung aufgebracht werden, zu honorieren und sichtbar zu machen. Im Laufe der Dekade soll ein dichtes und öffentlichkeitswirksames Netz von gu-ten Praxisbeispielen entstehen.
Von den Commerzbank-Praktikantenstellen profitieren alle Seiten: Für die Praktikanten bie-ten sie die Möglichkeit, nicht nur Erfahrungen in der Umweltpädagogik zu sammeln, sondern auch in der Branche bekannt zu werden, also bessere Chancen auf einen Arbeitsplatz zu be-kommen. Damit auch in den kommenden Jahren junge naturbegeisterte Menschen diese Ge-legenheit erhalten, versprach Marianne Reischl von der Bankfiliale Passau gegenüber der Commerzbankzentrale in Frankfurt, für die Fortführung des Programms einzutreten. „Außer-dem“, so betont Lukas Laux, der im Nationalpark für die Umweltbildung zuständig ist, „ha-ben Praktikantenstellen nur einen Sinn, wenn die Praktikanten auch etwas lernen. Dazu brau-chen die Großschutzgebiete Umweltbildungsprofis, also Festangestellte. Praktikantenstellen schaffen somit auch dauerhafte Arbeitsplätze.“
Arnold Multerer berichtet weiter, dass den Praktikanten ein umfassender Überblick der Um-weltbildungsarbeit ermöglicht wird: „Sie entwickeln Unterrichtskonzepte, führen in Schulen Projekttage zu den Themen Wiese, Hecke, Wald und Wasser durch, unterstützen die Ranger bei Führungen und Wanderungen, wirken in Artenschutzprogrammen und sowie in der Öf-fentlichkeitsarbeit der Schutzgebiete mit“.
Doch wie wird man „Commerzi“? Naturpark-Praktikantin Isabelle erzählt: „2005 machte ich bereits ein elfwöchiges Praktikum im Naturpark Bayer. Wald e.V.. Seitdem habe ich alle paar Wochen mal in Zwiesel, im Infozentrum des Naturparks, vorbeigeschaut. Manchmal bin ich dann mit unserer Fischotterbetreuerin kartieren gegangen, mal nahm ich an einer Exkursion mit Luchsberatern teil. Deshalb fragte mich unser Arber-Gebietsbetreuer Arnold Multerer, der gleichzeitig Praktikantenbetreuer und für die Umweltbildung im Naturpark zuständig ist, ob ich nicht Zeit und Lust hätte, im Naturpark ein Praktikum für die Umwelt zu machen. Na klar!“ Im Gegensatz dazu Nationalpark-Praktikant Thomas aus Koblenz: „Ich stehe kurz vor Abschluss meines Studiums der Sozialen Arbeit. Die Umweltpädagogik hat mich schon lange interessiert. Schade nur, dass sie bei uns an der Hochschule eine so geringe Rolle spielt. Ein Urlaub im Nationalpark Bayerische Wald hatte mich tief beeindruckt und mein Interesse für die Idee der Grenzenlosen Waldwildnis geweckt“.
Allen Praktikanten gemeinsam ist ihre Naturverbundenheit und der Spaß am Umgang mit Menschen – zwei grundlegende Voraussetzungen für die Arbeit im Umweltbildungsbereich.

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