Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. veranstaltete zusammen mit dem Biologen Karel Kleyn und dem Gebietsbetreuer Stefan Poost eine geführte Botanikwanderung an der Ilz. Bei herrlichem Wetter fanden sich gut zwanzig Naturinteressierte an der Schneidermühle ein. Die falsche Brunnenkresse, besser bekannt als „Brunnsalat“, und die noch nicht blühende Gelbe Schwertlilie konnten neben dem Wolligen Lungenkraut und der Frühlingsplatterbse bewundert werden. Verschiedene Lichtnelken und die gerade austreibenden, hellgrünen Farnwedel des seltenen Straussfarns hoben sich vor dem dunklen Hintergrund der fließenden Ilz im Gegenlicht ab. In den Startlöchern stehen Eisenhut, Waldgeißbart und Mädesüß, die im Frühsommer das Ufer der Ilz mit ihren Blüten säumen. Verschiedene Schmetterlinge nutzten das heiße Wetter zum fliegen. Aurorafalter, Trauermantel und Zitronenfalter waren neben Tagpfauenauge und Kleinem Fuchs schon unterwegs. Natürlich waren die unzähligen Keimlinge des Indischen Springkrautes neben den beginnenden Austrieben des Schlitz-blättrigen Sonnenhutes nicht zu übersehen. Diese Neophyten bestimmen ab Frühsommer wieder das Bild an der Ilz.

Die Umwandlung der dichten Fichtenreinbestände im unmittelbaren Überschwemmungs-bereich in natürliche Auwälder oder Nasswiesen war ein weiteres Thema der Exkursion. An einer Beispielfläche zeigte der Gebietsbetreuer, wie aus einem ehemaligen, dichten Fichtenreinbestand wieder die Voraussetzung für eine Nasswiese geschaffen wurde. „Ein Netz von offenen Flächen und standortgerechte Auwälder wären die effektivste Maßnahme für Hochwasserrückhalt bereits in den Höheren Lagen. Auch dem Biber käme diese Entwicklung sehr entgegen“.

An der Schrottenbaummühle wurde dann erst einmal der Durst gestillt und die auf zwei Stunden angesetzte Exkursion hat sich nach einem schnellen Zurückmarsch zeitlich verdoppelt, was aber von den Teilnehmern einmütig nicht als Nachteil gesehen wurde.

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