Der Pfahl ist eines der beeindruckendsten Naturdenkmäler im Bayerischen Wald. Wie ein Riss im Gebirgsgrund zieht er sich über nahezu 150 km vom Naabtal in der Oberpfalz bis Nahe Linz in Oberösterreich. Entlang dieser Linie wurde vor ca. 275 Millionen Jahren das Gebirgsmassiv des Bayerischen Waldes von einem einschneidenden Ereignis geprägt. Aus dem Erdinnern drangen heiße Quarzlösungen in diese Schwächezone der Erdkruste ein und bildeten den Pfahlquarz. Abtragung und Verwitterung haben diese sehr harte Gestein im Laufe der Jahrmillionen freigelegt. Als landschaftliches Wahrzeichen zeigt sich der Pfahl in den weißen Felsenriffen aus Pfahlquarz, wie sie in den Naturschutzgebieten „Großer Pfahl“ oder „Pfahl bei Weißenstein“ zu sehen sind. In der Sagenwelt wird der Pfahl als der Kamm eines Drachen beschrieben, der im Erdinneren ruht. Einige seltene Tiere und Pflanzen besiedeln diesen „Extremstandort“. Der „Ameisenlöwe“ wartet in seinem Fangtrichter am Felsenfuß auf seine Beute. Fledermäuse haben in den Felsritzen ihre Tagesquartiere. Zauneidechsen und Schlingnattern sonnen sich auf den Felsvorsprüngen. Um diese einzigartige Naturschöpfung dem Besucher näher zu bringen, bietet der Naturpark Bayerischer Wald e.V. regelmäßig naturkundliche Wanderungen in der Pfahlregion an. Von Juni bis September können Interessierte jeden Mittwoch an einem Rundgang durch das Naturschutzgebiet „Großer Pfahl“ teilnehmen. „Von Drachenkamm, Ameisenlöwe und Pfahlkiefer“ – so lautet der Titel dieser naturkundlichen Wanderung für Jung und Alt. Treffpunkt ist jeweils um 15.00 Uhr am Parkplatz „Großer Pfahl“ an der B85 – Brücke bei Viechtach. Der Rundgang dauert ca. 1,5 Stunden und ist kostenfrei. Anmeldungen bitte unter der Telefonnummer 09942-90 48 64 bis zum Vortag an.

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