Die 36. Jahreshauptversammlung des Naturpark Bayer. Wald e.V. fand heuer im neuen Naturpark - Informationshaus in Zwiesel statt. Die Beteiligung lag auf Rekord - Niveau. Der erste Vorsitzende Helmut Baumgartl begrüßte in diesem Zusammenhang alle Vertreter der Politik, die Bürgermeister und die Behördenvertreter und dankte für die rege Teilnahme. In einer Zeit, in der durch Einsparungen bei den ABM-Kräften und Erhöhung der Zuzahlung zum Zivildienst und eine teilweise stark ansteigende Bürokratie die Arbeit schwieriger geworden ist, ist es besonders wichtig, daß die Akteure vor Ort und alle Verbände und Vereine zum Naturpark stehen und gemeinsam zum Wohle der Region wirken. In seinem Grußwort dankte der gastgebende Landrat Heinz Wölfl ebenfalls für die gute und konstruktive Zusammenarbeit und würdigte das neue Naturpark - Informationshaus als wichtigen Kristallisationspunkt. Anschließend ging der erste Vorsitzende Helmut Baumgartl auf die Mitgliedsbeitragsstruktur beim Naturpark - Verein ein. Seit 27 Jahren, d.h. seit überhaupt feste Beiträge bezahlt werden, liegen diese gleich hoch. Trotz der sparsamen Haushaltsführung sei es aber jetzt an der Zeit die Weichen finanziell so zu stellen, daß der Verein auch in Zukunft leistungsfähig bleibe. In seinem Geschäftsbericht ging Bildungsreferent Hartwig Löfflmann sehr detailliert auf die Finanzsituation des Vereins seit dem Bestehen ein. Über 19 Millionen Euro Fördermittel sind alleine über die Naturpark - Förderrichtlinie in die Region geflossen. Der Verein hatte sich stets bemüht sparsam zu wirtschaften. Mit dem Bau des neuen Naturpark - Informationshauses sind die laufenden Betriebskosten für Ausstellung und Geschäftsstelle pro m² Nutzfläche dank der wirtschaftlicheren Betriebsmöglichkeiten sogar gesunken. Trotzdem bewirkt eine allgemeine Kostensteigerung und Einsparungen bei diversen Organisationen, die den Naturpark bisher unterstützten, die Notwendigkeit einer Beitragsanhebung. Mit einer Gegenstimme sprach man sich dann mehrheitlich für folgende Beitragsstruktur aus. Im Jahr 2004 werden die Beiträge für die Gemeinden auf 20 Cent pro Kopf Einwohner und für die Landkreise auf 20 Cent pro Hektar Fläche erhöht. Im Jahr 2005 dann auf insgesamt 25 Cent. Die Mitgliedsbeiträge für Verbände, Vereine und Firmen (26.- €) für Familien (16.- €) und Einzelmitglieder (11.- €) bleiben unverändert niedrig, damit möglichst vielen Personen eine Unterstützung der Naturparkarbeit möglich bleibt. Am Beispiel einer Mustergemeinde belegte Hartwig Löfflmann, daß bei einer guten Zusammenarbeit die Gemeinden stets wesentlich mehr an Fördermitteln über die Naturpark – Förderung herausholen können, als sie Beitrag bezahlen müssen. Im konkreten Fall wurden in den letzten 10 Jahren 2.119,00 € Beiträge gezahlt, und über 128.000,00 € an Fördermitteln herausgeholt. Diese Relation kann sich sehen lassen. Anschließend lieferte Bildungsreferent Hartwig Löfflmann noch auf einen kurzen persönlichen Rückblick, nachdem es sich im August zum 10. Mal jährt, daß die Stelle für Bildungsarbeit- und Öffentlichkeitsarbeit geschaffen wurde. Er betonte dabei, daß es vor allem die Leistung des gesamten Naturparkteams und die günstige Situation der letzten 10 Jahre waren, dass die erreichten Dinge realisiert werden konnte. Man konnte stets auch auf eine vorausschauende Arbeit aller vorher ehrenamtlich am Naturpark Tätigen bauen, die stets mehr geleistet hatten für den Verein, als gerade in der Naturpark - Bewegung üblich war. So wurde die Naturpark -Werkstatt ausgebaut, vergrößert und rationalisiert. Das grenzüberschreitende Bayerisch - Böhmische Informationszentrum für Natur- und Nationalparke entstand im Grenzbahnhof Eisenstein. Über 122.000 Besucher haben in zweieinhalb Jahren dieses Infozentrum über die benachbarten Großschutzgebiete besucht. Neben der Pfahl - Infostelle in Viechtach zum geologischen Phänomen des Quarzpfahls und zur Naturpark- Infostelle im Würzingerhaus in Außernzell entstand das neue Informationshaus in Zwiesel. Mit diesem Informationszentrum, das deutschlandweit Maßstäbe setzt was ökologisches Bauen und Sonnennutzung anbelangt, konnte im vergangenen Jahr der Bayerische Energiepreis errungen werden. Mit den beiden Schutzgebietsbetreuerstellen für die Arberregion und für die Pfahlschutzgebiete, sowie mit dem ersten Luchstelemetrieprojekt in Deutschland war man beim Naturpark ebenfalls Vorreiter. Eine Vision für die nächsten Jahre könnte folgendermaßen aussehen, so Löfflmann: Das Informationstellennetz wird für die Landkreise Straubing - Bogen und Freyung - Grafenau mit je einer Infostelle vervollständigt. Interessante Themen, die in einer Kombination von Naturschutz und Ressourcenschutz oder auch Energiethemen liegen, könnten realisiert werden. Der Naturpark Bayer. Wald könnte zu einer Modellregion in Sachen intelligente Energiesparkonzepte und der vorbildlichen Nutzung von Sonne und Holz werden. Wichtig ist dabei jedoch, dass möglichst viele Beteiligte und möglichst viele der 290.000 im Naturpark lebenden Einwohner aktiv mitmachen. Dabei ist es wichtig, daß prominente Vorbilder des öffentlichen Lebens und der Politik vorausgehen und entsprechende Werte vermitteln. Das Naturpark - Informationshaus mit seinen Bildungs- und Informationsmöglichkeiten kann in dieser Sache ein wichtiger Informationspunkt sein. Im Rahmen der Regularien wurden Schatzmeisterin und Vorstand einstimmig entlastet und die beiden Kassenprüfer und Josef Wagner und Anton Bernreiter einstimmig wieder gewählt. Anschließend warb Helmut Baumgartl um möglichst viele private Fördermitglieder, die den Naturpark in seinen Bemühungen zum Erhalt der bäuerlich geprägten Kulturlandschaft im Bayerischen Wald unterstützen. Nachdem es keine weiteren Wortmeldungen gab, schloß der erste Vorsitzende Helmut Baumgartl die Sitzung und dankte allen für die konstruktive Unterstützung und die gute Zusammenarbeit.

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