Über 50 Interessierte konnten Elke Ohland vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. und Caroline Stautner vom Naturpark Oberer Bayerischer Wald e.V. gemeinsam mit dem Naturkundlichen Kreis Bayer. Wald zur geologischen Sonderveranstaltung am Großen Arber begrüßen. Unter dem Titel "Der Arber, Zeuge der Eiszeit" vermittelte der Referent Fritz Pfaffl einen interessanten Blick zurück in längst vergangene Zeiten. Zu Beginn stellte Fritz Pfaffl klar, dass die Eiszeitforschung keine genauen Aussagen ermöglicht, man also auf Mutmaßungen angewiesen ist. Die Eiszeitforschung sei, wie nach dem Ende eines Theaterstückes auf die Bühne zu kommen und aus den zurückgelassenen Requisiten das Stück nachvollziehen zu wollen. "Es kann so sein, muss aber nicht". Dass es auf dem Arber zu Gletscherbildungen gekommen ist, ist aber unbestritten. Vermutlich war die letzte Eiszeit ( Ende vor ca. 10.000 Jahren), die Würm - Eiszeit, verantwortlich für das heutige Aussehen des Arbers. Gerade ebene Gipfelrücken wie das Arberplateau waren Nährgebiete für Gletscher. Dort sorgten schneereiche Westwinde im Windschatten der hohen Berggipfel für außerordentliche Schneehöhen. Ab einer Höhe von ca. 1300 m konnte der gefallene Schnee (z.T. mehrere 100 m mächtig) zu Firnschnee und dann zu Firneis gepresst werden. Eine Neigung von etwa 20° brachte das Eis in Form eines Gletschers zum Fließen. Durch die Kraft der Gletscher wurden auch die Becken der drei Arberseen in den harten Gneis geschliffen. Der Kleine Arbersee, der Große Arbersee und der See am "Bänkel". Dieser letzte Arbersee ist mittlerweile nur noch als ebene, baumfreie Fläche zu erkennen und wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt. Auch Pflanzen- und Tierarten, die am Arber vorkommen deuten auf die eisige Vergangenheit hin. Beispiele dafür sind die dreispaltige "Gamsbart" - Binse, der Rollfarn oder das Felsstraußgras, die unter den heutigen Klimabedingungen nur mehr auf "frostigen" Kälteinseln, wie der Arber eine ist, konkurrenzfähig sind. Dass sich auch seltene Vogelarten wie der Bergpieper am Arber wohlfühlen konnte die Gruppe selbst feststellen. Diese Vogelart, die im Bayerischen Wald nur am Arber brütet, hat sich mit ihrer Brutzeit an die kurze Vegetationszeit angepasst. Auch zahlreiche Flechten (134 Flechtensippen) und Moose (151 Moosarten) sind das raue Arber - Klima gewöhnt. Nach der zweistündigen Wanderung nutzten viele Teilnehmer noch die Gelegenheit, sich von den bei der Wanderung „eiszeitlich“ anmutenden Temperaturen im Arbergasthaus zu „erholen“.

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