Am vergangenen Sonntag veranstaltete der Naturpark Oberer Bayerischer Wald gemeinsam mit der Marktgemeinde Eschlkam eine Frühlingswanderung zum Kleinen Arbersee. Am Parkplatz an der Reißbrücke konnte Josef Altmann neben den beiden Gebietsbetreuerinnen Caroline Stautner und Isabelle Auer über 90 Teilnehmer begrüßen. Noch eine Woche vorher waren die Wege schneebedeckt und zum Teil nicht begehbar gewesen, am Sonntag jedoch konnte bei optimalem Wetter die geplante Strecke zum Kleinen Arbersee, zur Mooshütte und über Ebensäge zurück gewandert werden. Unterwegs wurde immer wieder kurz angehalten und Gebietsbetreuerin Caroline Stautner informierte über die kleinen und großen Besonderheiten am Wegesrand. Etwa über die Pestwurz, die momentan überall entlang der Bäche und Wege blüht und deren Name von der Verwendung zum Vertreiben der Pest herrührt. Im Sommer fällt die Pestwurz durch ihre übergroßen Blätter auf, die sich, als Hut zusammengebogen, sogar als Regenschutz eignen. An der Althütte stellte Caroline Stautner dann den „Baum des Jahres“, die Walnuß, vor, die sich hier trotz der kühlen Witterung als relativ stattliches Exemplar seit Jahrzehnten gehalten hat. Erkennen kann man die Walnuß im Winterzustand an ihren kuppelförmigen Knospen und dem gekammerten Mark im Inneren der Zweige und natürlich an den Walnussschalen, die sich unter dem Baum finden. Am Kleinen Arbersee angekommen, konnten die Wanderer feststellen, dass das Motto der Wanderung „ Frühling bei Eis und Schnee“ durchaus seine Berechtigung hat. Der Kleine Arbersee ist noch weitgehend mit Eis bedeckt und beim Rundgang um den See mussten die Teilnehmer auch noch vorsichtig Schneefelder queren. Kein Wunder, ist der Kleine Arbersee doch dafür bekannt, dass hier die tiefsten Temperaturen des gesamten Arbergebietes gemessen wurden. Seine Bildung verdankt der See dem Kleinen Arberseegletscher, der vom Großen Arber hinunter ins Tal führte. Nach der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren füllte sich das entstandene Becken mit Wasser. Seit Ende der Eiszeit hat an den Uferbereichen des Sees eine Moorbildung eingesetzt. Durch das Aufstauen zum Holztriften wurde der See um 1840 jedoch auf etwa 9 ha vergrößert. Dadurch lösten sich die Moorbereich als „schwimmenden Inseln“ vom Ufer und treiben bis heute auf der Wasseroberfläche. Das Naturschutzgebiet Kleiner Arbersee zu dem der See und die Wälder bis hinauf zum Arber gehören ist, so bekräftigten die beiden Gebietsbetreuerinnen, geologisch und pflanzenkundlich etwas ganz besonderes in Bayern. Nach diesem Exkurs in die Besonderheiten rund um den Arbersee ging es dann weiter hinüber zur Mooshütte zur wohlverdienten Brotzeit. Die abschließende Wanderung über den Wanderwege Lo3 hinunter zur Ebensäge ermöglichte noch einmal den Blick in die ansprechenden Wälder des Arbergebietes. Neben den oft imposanten Fichten und Buchen konnte man auch zahlreiche stattliche Tannen entdecken. In diesen Wäldern finden sich meist auch alte Bäume neben jungen Bäumen und so ergibt sich ein sehr abwechslungsreiches Waldbild. Entlang des Weges konnte man auch den Moosreichtum der Wälder bestaunen. Neben dem „Schönen Frauenhaarmoos“ und dem „Gabelzahnmoos“ konnten die aufmerksamen Wanderer auch Torfmoose und viele andere Moosarten entdecken. Und so standen auch am Ende der Wanderung kleine, unscheinbare aber doch wunderbare Besonderheiten der Natur im Mittelpunkt.

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